Einsam unter Menschen – Vom Gefühl, sich verstecken zu müssen, obwohl man eigentlich mit seinem Schmerz gesehen werden möchte.

Einsam unter Menschen
politikwerft

Sie steht mitten unter Menschen – und fühlt sich trotzdem unsichtbar.
Die Maske vor ihrem Gesicht verbirgt  mehr als nur ihre Mimik. Sie verbirgt einen Schmerz, über den viele nach einem Schwangerschaftsabbruch nicht sprechen können. Nach außen versucht sie stark zu wirken, ruhig, gefasst, „normal“. Doch hinter dieser Fassade liegen Gedanken und Gefühle, die kaum jemand sieht: Trauer, Erleichterung, Schuld, Zweifel, Leere – manchmal alles gleichzeitig. Ein innerer Sturm, der oft still bleibt, weil Worte dafür fehlen oder weil die Angst vor Verurteilung zu groß ist.

Während die Menge grau und gleichförmig wirkt, hebt sie sich ab – nicht, weil sie es möchte, sondern weil sie sich innerlich anders fühlt. Fremd. Isoliert. Als würde plötzlich eine unsichtbare Wand zwischen ihr und der Welt stehen. Da ist das Gefühl, nach einem Schwangerschaftsabbruch nicht mehr dazuzugehören, nicht verstanden zu werden oder sich selbst nicht mehr wiederzuerkennen. Sie fällt auf und fühlt sich gleichzeitig unsichtbar. Anders. Allein mit einer Erfahrung, die niemand sehen kann.

Während das Leben um sie herum weitergeht, kämpfen Betroffene nach einem Schwangerschaftsabbruch innerlich mit Erinnerungen, Fragen und dem Wunsch, verstanden zu werden, ohne sich erklären zu müssen. Oft schweigen sie, lächeln nach außen und funktionieren weiter, obwohl in ihnen etwas schwer auf der Seele liegt. Und geißeln sich noch zusätzlich selbst aus Scham: Niemand soll sehen, wie es ihnen geht.

Dieses Bild zeigt genau diese Zerrissenheit: das Gefühl, sich verstecken zu müssen, obwohl man eigentlich gesehen werden möchte. Es erzählt von Einsamkeit mitten unter Menschen, von stillem Schmerz und von dem Versuch, trotz allem weiterzugehen und stark zu bleiben, obwohl innerlich etwas zerbrochen ist.  Und davon, wie schwer es sein kann, eine Entscheidung mit sich selbst zu tragen, wenn die Welt um einen herum weiterläuft, als wäre nichts geschehen.